Das Internet als Ventil für Trauer
Fans, Freunde und Angehörige trauern um den Nationaltorhüter Robert Enke. Nach großen Depressionen beging der 32 jährige Spieler vom Hannover 96 gestern Suizid. Die Todesnachricht verbreitete sich am Abend kurz nach halb 9 wie ein Lauffeuer im Internet. In nur wenigen Minuten kamen Tausende persönliche Nachrichten über Trauer und Fassungslosigkeit auf…

Auf der offiziellen Webseite von Robert Enke wurde früh am Morgen ein Kondolenzbuch eingerichtet, in das sich alle Trauernde einschreiben können. Minütlich kondolieren hier Fans und Freunde von Robert um so mit ihrem Kummer umgehen zu können.
In den Portalen von der VZ-Gruppe nimmt man ebenfalls zusammen Abschied vom Nationaltorhüter. Hier wurde innerhalb weniger Minuten eine Trauergruppe mit dem Namen “R.I.P. † Robert Enke 10.11.09 | Ganz Deutschland nimmt Abschied” eingerichtet. Derzeit hat diese Gruppe über 30.000 Mitglieder. Ähnlich reagierte man auch auf Facebook und MySpace. In erstellten Foren schrieben auch hier über 20.000 Fans über ihre Trauer und über Mitgefühl zu Robert’s hinterbliebener Familie.
Auf Twitter verbreitete sich die Nachricht über den Tod rasend. Auch ich habe gestern davon erfahren, als Seoren darüber schrieb.
Während Gretus von SEO-United.de den Umgang der Nutzer mit dem Internet in Verbindung mit Trauer kritisierte, sehe ich Hoffnung und Hilfe für viele stark betroffene Fans und Freunde von Robert im Internet. Früher fühlten sich trauernde Fans von verstorbenen alleine und standen vor einem riesigen Scherbenhaufen ihrer Gefühle. Die sozialen Netzwerke, Foren und andere Communitys helfen nun den Betroffenen und schaffen ein Kollektiv. So steht man im Netz nicht mehr alleine da, findet Zuflucht in Leidensgenossen und kann über seine Trauer offen mit anderen reden. In der Realität fällt solches dem Trauernden oft schwerer.
Deshalb sehe ich das Internet als ein Ventil um die Trauer zu regulieren, anstatt seinen Gefühlen ausgesetzt zu sein. Das Netz bietet Hilfe und Halt für Betroffene…
am 21. Mai 2011 @ 13:06
am 13. November 2009 @ 18:24
Ein Selbstmörder, der freiwillig von uns ging. Ein Selbstmörder der seine Familie im Stich ließ. Ein Selbstmörder, der am Ende noch andere Menschen in Gefahr brachte.
Ich empfinde weniger Trauer, vielmehr Hass, wie man so gewissenslos und feige handeln kann.
am 14. November 2009 @ 1:33
Hart aber berechtigte Gedanken…
am 15. November 2009 @ 4:43
äää?能说说吗
am 17. November 2009 @ 18:05
[...] inhaltlich gleichen Berichte aus den Medien auf den Sack. Schon an dem Abend seines Todes haben viele Blogger darüber berichtet und mein Feed-Reader war schon voll mit den [...]
am 9. Januar 2010 @ 22:31
Ich finde es wirklich sehr traurig, dass Menschen wie Michael Jackson oder Robert Enke in dieser Form verabschiedet werden. Mit Sicherheit standen diese Menschen immer in der Öffentlichkeit, aber ich denke, dass es auch nur Menschen waren. Warum wurden Helden wie der aus dem U-Bahn-Vofall kurz bei einem Gedenken mit einem Verdienstkreuz ausgezeichnet, dann ist die Sache für die meisten Menschen gegessen? Ich finde es in Ordnung, wenn Twitter als Informationsquelle und Bekanntgabe für etwas wie den Tod Michael Jacksons genutzt wird, aber ich finde, es ist nicht in Ordnung, wenn sich plötzlich nur noch alles um diese Personen dreht – vorher hat doch auch kaum einer Michael Jackson oder Robert Enke erwähnt.