Drogenkonsum als Auslöser der Gewalt (3/4)

Jugendliche nehmen Drogen – das ist kein Geheimnis. Seien das nun sogenannte weiche Drogen wie Nikotin und Alkohol oder härtere Drogen wie Tabletten und Bewusstseins erweiternde Mittel. Der Zusammenhang mit der Jugendkriminalität und der Gewalt ausgehend von Jugendlichen ist schnell hergestellt. Aber entsprechen alle Thesen der Wahrheit?

drogenkonsum | © Magnus Ebert / PIXELIO

33% der Jugendlichen sind Raucher

25% der Erwachsenen rauchen in Deutschland und weitere 4% würden sich als Gelegenheitsraucher bezeichnen. 82% dieser Raucher haben bereits vor dem 20. Lebensjahr angefange. Das heißt im Klartext „Rauchen“ beginnt bereits im jugendlichen Alter. Die erschreckende Prognose überrascht nicht angesichts der wenigen Kontrollen beim Zigarettenverkauf. Mittlerweile hat der Staat zwar viel dagegen getan doch die Ergebnisse sind doch ziemlich erschreckend. Fast 33% der Mädchen und Jungen zwischen 12 und 18 Jahren rauchen Zigaretten. Normalerweise muss hier der Staat eingreifen und verhindern dass die Jugendlichen durch die manipulierende Tabakindustrie mehr und mehr konsumieren. Aber die Werbung suggeriert „Rauchen ist normal und erwachsen“ und was will ein Kind oder Jugendlicher mehr als „erwachsen und reif“ zu wirken?

Alkohol als Ausweg aus dem Alltag

Die allgemeine Droge „Alkohol“ in Form von Bier, Alkopops oder Spirituosen ist für die Jugendlichen noch attraktiver als Nikotin. Das Einstiegsalter für die „Trinker“ hat sich in den letzten Jahren drastisch gesenkt. Der erste richtig harte Konsum findet schon mit dem Alter von 14 bis 15 statt. Manchmal sogar früher! Aber das alarmiert unseren Staat anscheinend nicht im geringsten Maße! Im Gegenteil 14 Jährige kommen mit Leichtigkeit an harten Alkohol wie zum Beispiel „Wodka“ heran. Kein Wunder wenn sich der Marktbetreiber mehr um die Umsätze als um den Jugendschutz schert. Doch warum greifen die Jugendlichen zur Flasche?
Viele Jugendlichen wachsen, wie bereits in Part II beschrieben, in zerrütteten Verhältnissen auf. Meistens trinken die Eltern regelmäßig ihr abendliches Bier oder rauchen dazu. Für den Jugendlichen ist das natürlich eher schlecht, denn was der Papa oder Mama hat will man bekanntlich auch mal probieren. Wenn dann ein Verbot getätigt wird, wird es noch verlockender. „Verbotene Früchte schmecken eben besser“ als das was man sonst bekommt. Im Freundeskreis wird generell schon Alkohol konsumiert – warum also auf das Verbot hören? Viele Jugendliche trinken nicht aus dem Grund sich zu berauschen oder gar weil es ihnen schmeckt, sondern weil sie zur Gruppe dazugehören wollen oder bestimmte Umstände aus ihrem Umfeld verdrängen wollen. Nicht selten greift ein Jugendlicher aus Frust zum Alkohol oder zur Zigarette. Einmal in diesem Teufelskreis gefangen fällt es denkbar schwer ohne Alkohol auf einer Party aus zukommen oder ohne die Zigarette den Schulalltag anzutreten. Wie sonst soll man mit all‘ dem Stress fertig werden ohne sich „entspannen“ zu können? Mit jedem Exzess wird die Grenze für das Berauscht sein und Entspannen immer höher und irgendwann trinkt man sich bis zum Koma.
Ende 2007 lag die Zahl für die Einlieferung von Jugendlichen im Alter von 10-20 Jahren in ein Krankenhaus nach einem Alkoholexzess bei 23.165!

Bei den harten Drogen sieht die Zahl ähnlich aus, jedoch ist der Konsum rückläufig. Während 2004 ungefähr 20% harte Drogen konsumieren, leider ungenaue Angaben da die Dunkelziffer nicht bekannt ist, sind es 2008 nur noch rund 14%. Jedoch scheint sich der Cannabis-Konsum deutlich zu erhöhen. Verwunderlich? Meistens ersetzt eine Droge eine andere Droge – immerhin ist der Ausstieg für Jugendliche und Erwachsene extrem schwer.

Doch was hat das alles mit Jugendkriminalität zu tun?

Der wichtigste Aspekt hier ist wohl der Alkohol. Wir wissen alle das Alkohol Wirkungen auf unser Gemüt hat. Man wird schneller reizbar und aggressiver – man kann Situationen schlechter einschätzen und das vorhandene Wutpotenzial, welches man versucht mit dem Alkohol zu ertränken, lässt Jugendliche zu einem explosiven Cocktail werden. Die Hemmschwelle während des Exzesses sinkt ungemein und wie bereits vorher erwähnt wird sie durch das allgemeine Verhalten in der Gruppe noch weiter gesenkt. Das Ergebnis ist eine unglaubliche Gewaltbereitschaft, bei dem sogar Jugendliche nicht mehr vor Totschlag zurückschrecken. Der Drogenkonsum ist quasi der Katalysator in einer Chemischen Gleichung – es düngt die Saat der Gewalt und lässt um so mehr in den Köpfen der Jugendlichen keimen…

Ein Gastbeitrag von Daniel Rodich

1 Kommentar bisher »

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    am 21. Mai 2011 @ 13:06

  2. josch sagt

    am 4. März 2010 @ 12:27

    top blog und interessante themen…werd öfter vorbeischauen.gruß

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