Einfluss der Medien auf die Jugendlichen (4/4)
Die vierte Gewalt im Staat nach der Judikative, Exekutive und Legislative sind die Medien. Noch vor dem Lobbyismus kontrollieren sie die Politik und das Volk – teilweise besser als es ein Überwachungsstaat je könnte. Die Frage die mich persönlich beschäftigt ist nun: Welchen Einfluss haben die Medien auf die Jugendlichen und die Jugendgewalt?

Der alte Freund: das Fernsehen
Ein Fernsehapparat gehört heutzutage schon zur Grundausstattung jeder Familie. Es geht nicht ohne ihn und es geht auch teilweise mit ihm nicht. Es ist bewiesen dass viele Jugendliche mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen als die Erwachsenen. Außerdem wahrscheinlich sogar mehr Zeit in die Auswertung von Sendungen stecken als in ihre Hausaufgaben. Doch was für geistreiche Sendungen werden von den Jugendlichen und Kindern konsumiert?
Ich denke mit der Annahme, dass viele die privaten Sender bevorzugen als die öffentlich rechtlichen liege ich gar nicht so falsch. Doch über den Gehalt mancher Sendungen im „privat Fernsehen“ lässt sich wiederum streiten. Welches Aufgebot bekommen wir denn dort täglich zu sehen?
Die Leiter reicht von sinnlosen Talkshows bis zu erniedrigen Darstellungen verschiedener Menschen und Gewalt verherrlichenden Programmen im Fernsehen – das ist teilweise nur die Spitze des Eisberges. Kritiker haben schon länger auf das mehr und mehr qualitativ minderwertige Programm hingewiesen, dass quasi zur “Verdummung” führen kann. Sinnlose Shows die einem zeigen sollen, dass man mit Mist schnell Geld verdienen und von heute auf morgen zum Star aufsteigen kann. Es gibt bestimmte Sachen die funktionieren, aber sollten wir nicht schon auf Grund der Tatsache , dass viele Eltern ihre Kinder vor dem Fernsehen “parken”, eigentlich mehr qualitativ hochwertigeres Programm zeigen? Ich bezeichne mich nicht sicherlich als Experte für das Fernsehen, aber wir sollten einmal unsere Augen offen halten wo wir genau zu schauen und überlegen über welchen “Stuss” wir eigentlich da gerade lachen.
Das Fernsehen propagiert durch viele Sendungen man könne ein „Superstar“ werden oder gar schnell vom Normalbürger zum “Promi” innerhalb von einem halben Jahr aufsteigen – ohne wirklich dafür über einen längeren Zeitraum konstante Leistung erbringen zu müssen. Unsere Jugendlichen sehen dies und erfreuen sich an der „scheinbaren Hoffnung“. Im Endeffekt wird ihnen suggeriert das Leben sei einfach zu managen, man könnte mit wenig Aufwand viel erreichen. Ein fataler Irrglaube.
Weiterhin will ich auf das Prinzip der Presse im Fernsehen eingehen: Natürlich die drei großen Einschaltquoten: Sex, Schande, Blut. Egal worum es geht man schaltet sofort ein wenn es um eines der drei Themen im Zusammenhang geht. Zugestanden ich bin da keine Ausnahme…
Doch noch mehr wird im Fernsehen Gewalt ausgiebig dargestellt, seien es durch Filme oder durch bestimmte Sendungen die sich gerade nur mit „Gewalt an sich“ beschäftigen. Man sollte sich noch mal wundern wo die Jugendlichen die Ideen für ihre Taten her bekommen. Als letzteres muss man natürlich noch die unterschwelligen Werbungen für Alkohol erwähnen. Wie bereits in einem anderen Part erwähnt wird hier eindeutig suggeriert, dass Alkohol zu bestimmen Lebenslagen dazugehört und es wird in einem positiven Licht dargestellt – wobei an sich Alkohol natürlich nichts negatives ist – aber manche Werbungen rufen quasi schon zum trinken auf.
Die Musik als ständiger Begleiter
Musik ist ein Bestandteil der Kultur. Niemand wird das je bestreiten. Musik gehört für den Jugendlichen einfach zum Leben – beides von einander zu trennen hießen eine Gleichung ohne Operatoren zu betrachten. Ob wir es uns eingestehen wollen oder nicht, Musik ist etwas mit dem sich viele Menschen identifizieren. Dabei prägt die Musik den Stil und Geschmack eines Menschen entscheidend. An sich ist das nichts Negatives – da stimme ich zu. Das Problem was ich sehe, sind bestimmte Texte und Angewohnheiten die durch bestimmte Genre vorgelegt werden. Dabei geht es mir nicht um Richtungen wie Hip Hop, Gothic oder Rock. Diese Dinge von dem Einfluss auf die Jugendlichen zu trennen wäre fatal und ignorant.
Was genau stört MICH denn an der Musik eigentlich – werden sich viele fragen.
Fangen wir einmal damit an, dass es mir um bestimmte Texte geht. In diesen werden bestimmte Verhaltensweisen dargestellt und in manchen Texten sogar andere Personen oder Menschengruppen erniedrigt oder auf schärfste kritisiert. Da viele Musiker für die Jugendlichen und Kinder eine Vorbildfunktion haben, werden natürlich einige Texte wie eine Art Schrift studiert und teilweise angewandt. Man könnte auch sagen durch die Texte suchen sie einen Weg ihr Leben zu bestreiten – da viele Lyrics nun vom Leben und vom Tod handeln sehen sie diese als einen Hinweis an. Warum auch nicht? Wenn man zu Hause und in der Schule keinen Halt bekommt? Woran soll man sich sonst orientieren als an seinen Vorbildern oder Musikern. Diese haben es im „Leben geschafft“. Sie leben in Reichtum und ohne jegliche Probleme – also muss dass was sie über ihr Leben erzählen die „absolute Wahrheit“ sein. Natürlich wird dies durch die teuren und teils nicht gerade jugendfreien – ich erinnere da an Zensuren – Musikvideos alles natürlich noch unterstützt.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass viele Musiker auch aus zerrütteten Verhältnissen kommen und deshalb können sich die Jugendlichen, die in ähnlichen Umständen leben, so leicht mit diesen Musikern identifizieren. Was natürlich den Einfluss der Musik auf die Jugendlichen noch um einen immensen Faktor verstärkt.
Flucht in die virtuelle Welt: Internet und Computer ?
Ein riesiges Netzwerk, was jeden Ort mit einem anderen Ort verbinden kann: das Internet. Die Plattform die alles möglich zu machen scheint. Aus unbekannten Leuten werden über Nacht plötzlich Stars. Nicht umsonst kennt man das Zitat: „Internet killed the video star“. Wer eben etwas darstellen will als Star der muss einen Account bei allen möglichen, sich natürlich überhaupt nicht ähnlichen, Internetplattformen besitzen. So auch unsere Jugendlichen – wer etwas zu bedeuten hat, besitzt über alle seine Accounts.
Hier kommt für mich ein wichtiger Aspekt zum tragen, den ich mit großen Bedauern beobachtet habe: der sogenannte „Fame“. Fame bedeutet zu Deutsch Ruhm. Mit Fame meine ich, dass viele dem Schein erliegen, sie würde durch bestimmte teils unwichtige Erfolge im Internet ein sogenannter Star und alle anderen wären sogenannte NoName´s – zu deutsch Niemand. Dieses Prinzip findet sich vor allem dort wo bestimmte Auszeichnungen oder Errungenschaften vergeben werden, größtenteils natürlich im Gaming Bereich. Das traurige an dieser Fame-Geschichte ist, dass viele Jugendlichen sich gegen einander über das Internet aufhetzen und immer mehr den Hass gegeneinander oder untereinander schüren.
Eine weiter wichtiger Ansatz sind wohl die vielen Videoplattformen im Internet, welche nicht zensiert oder kontrolliert werden. Einige natürlich besser als andere, jedoch ist kein Schutz flächendeckend. Dort tauchen oftmals schon Videos von Gewalttaten auf und werden als „Trophäe“ ins Internet gestellt: „Schaut was ich getan habe!“. Natürlich will man als Jugendlicher diese Schmähung nicht hinnehmen oder kommt erst durch solche Videos auf die Idee seinen Gewalttaten aufzunehmen um diese dann stolz ins Internet zu stellen. Wer kennt nicht die endlosen Handyvideos von erniedrigter Opfer, die glücklicher Weise immer weniger im Internet werden – da der Schutz weiter zu nimmt, aber wie bereits erwähnt nicht 100% ist. Mit jeder neuen Gewalttat, die sie ihren Freunden schicken, steigt ihr Fame innerhalb der Gruppe und ihr virtuelles Ansehen an. Man sammelt immer mehr Beweise für seine Überlegenheit oder findet neue Anregungen im Internet. Selten wird das Internet von den Jugendlichen für andere Zwecke als Austauschen von Videos oder Unterhaltungen genutzt. Die Frage die ich mir nun stelle: Sollte nicht mehr gegen solche Dinge getan werden?
Abschluss: Jugendkriminalität
Als trauriges Fazit muss ich feststellen, dass ein Teil unserer Jugendlichen nur ein Opfer verschiedener Einflüsse des verdrehten Systems ist. Manche hatten nie eine Chance diesen Teufelskreis zu entkommen – weder zu Hause noch in der Schule. Zu viele grelle Einflüsse prasseln auf unsere sehr wohl aufnahmefähige Jugend ein. Die Kontrolle und Regulierung obliege eigentlich den Eltern und dem Staat. Aber anscheinend sind beide mit diesem Thema zu stark überfordert.
Was bleibt uns nun? Müssen wir zu sehen, wie ein Teil unserer Jugendlichen immer aggressiver wird? Wie sollen wir die Probleme und Kriminalität bekämpfen?
Diese Fragen überlasse ich dieses Mal eurem Urteil.
Ich bedanke mich für das Lesen meines sehr langen Gastblogs über die Ursachen von Jugendkriminalität.
Daniel Rodich
am 21. Mai 2011 @ 13:06
am 7. März 2010 @ 16:28
Sehr gut Rodich
am 13. März 2010 @ 18:57
Der Artikel ist wirklich sehr interessant und beurteilt mit vielen guten Ansätzen die Wirkung der Medien auf die Jugend. Insbesondere im Fernsehen muss ich zustimmen. Ich bin selbst noch recht jung, aber da geschehen teilweise schon bedenkliche Dinge, und ich meine gar nicht mal Gewaltfilme oder dergleichen. Ich habe kürzlich gelesen, dass die Teilnehmerinnen der diesjährigen Staffel höchstens Größe 32, also massives Untergewicht haben müssen. Das ist erstens nicht mehr schön und treibt die Mädels zweitens geradezu in die Magersucht.
am 17. März 2010 @ 13:42
Ich finde diesen Artikel wirklich sehr gut gelungen. Wenn ich mir das Fernsehprogramm in den letzten paar Monaten/Jahren ansehe, muss ich feststellen, dass das Thema Sex und Schönheitswahn eine immer größere Rolle spielt. Die Jugendlichen bekommen in einer gewissen Weise vermittelt, dass sie weniger wert sind, wenn sie ein paar Kilo zu viel auf der Waage haben.
am 30. Mai 2010 @ 1:36
Normales Privatfernsehen ist heutzutage auch echt nicht mehr ansehbar. Dumme Sendungen, also WIRKLICH DUMME Sendungen werden von noch dümmeren Werbeeinblendungen begleitet.
am 30. Mai 2010 @ 1:37
Lebt der Erfinder des Fernsehens eigentlich noch? Oder dreht der sich beim heutigen Programm im Grab rum?
am 11. Januar 2011 @ 22:30
Man weiss doch heute nicht mehr mal ob die Sendungen dümmer sind oder die Leute, die diesen Blödsinn anschauen. Das Fernsehen ist nicht mehr das, was es mal war…
am 27. April 2011 @ 23:10
Das Fernsehn hält das Volk dumm und hält alle davon ab selbstständig zu denken …
am 27. April 2011 @ 23:14
Es sollte einfach mehr Freizeitangebote für Jugendliche geben … die auch bezahlbar sind!
am 21. August 2011 @ 20:44
So dumm wie das TV heute ist, das hätte sich vor 10 Jahren wohl keiner zu träumen getraut. Warten wir mal ab wie es in weiteren 10 Jahren ausschaut. Noch denken wir wahrscheinlich, dass es nicht mehr dümmer werden kann… noch..
am 14. November 2011 @ 14:07
Aber mal ganz ehrlich, was würden wir heutzutage ohne Musik und Fernsehen machen? Das ist doch wirklich fast für jeden heutzutage unverzichtbar und muss ja nicht immer schlecht sein. Auch bildungsmäßig kann Fernsehen sehr nützlich sein
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