Interview zum Aus von USA-Dateiload
Seit nunmehr zwei Wochen hat der Webspace- & Server-Anbieter USA-Dateiload seinen Dienst eingestellt und deshalb alle Systeme vom Internet getrennt. Diese unerreichbarkeit der Server wird sich in der nächsten Zeit auch nicht mehr so schnell ändern. Doch was anfangs nach einem Betrugsfall aussah, stellt sich mittlerweile als minder schlimm heraus. Denn unerwarteter Weise stell der Anbieter seit ein paar Tagen einen Mitarbeiter bereit, der allen Kunden dabei helfen soll die nicht erreichbaren Domains zu anderen Anbietern zu transferieren.

In den ersten Tagen blieben viele Kunden jedoch auf ihren Fragen sitzen und warteten vergeblich auf eine offizielle Stellungnahme. Bei einer Recherche im Internet bin ich dabei auf die Firma Cinipac gestoßen, welche über Twitter eine geschäftliche Beziehung mit USA Dateiload anpries. Daraufhin fädelte ich ein Interview mit einem zuständigen Mitarbeiter ein, welches ich euch natürlich nicht vorenthalten will.
Um den Lesern von she-sign.com ein klares Bild zu verschaffen, wäre es sehr nett, sofern Sie sich einmal vorstellen würde. Was ist Cinipac und auf welchen Gebieten arbeiten Sie?
Wir sind ein Offshore Hoster der Kunden die Möglichkeit bietet sicher und anonym ihre Webseite im Internet verfügbar zu machen. Dafür bieten wir verschiedene Dienste wie Webhosting, Domains mit Whoisprotection, VPS, dedicated Server, VPN uvm. an. Dabei halten wir uns an den Grundsatz zu keinem Zeitpunkt Daten an
Dritte herauszugeben und den Kunden bestmöglich zu schützen.
Was für eine Beziehung verbindet sie mit der Geschäftsleitung von Dateiload und was hielten Sie von dem Service vor dem 12. Mai 2010?
Wir haben Server bei Dateiload angemietet und waren bis auf Kleinigkeiten sehr zufrieden. Der Support war schnell und persönlich. Server wurden schnell geliefert und das auch bevor eine Zahlung eintraf. Vor einigen Monaten begannen einige DDOS Angriffe gegen unsere Mainpage und trotz angemieteter Cisco Firewall waren diese nicht zu blocken. Grund war das jegliche Serverseitige Schutzmaßnahmen deaktivieren sollten da diese die Firewall
“beeinträchtigen”. Auf Nachfragen bei Cisco stellte sich dies als falsch heraus. Daher haben wir kurz vor dem verschwinden Dateiloads begonnen Server umzuziehen.
Was halten Sie von der Stellungnahme auf der Webseite zu dem Serverausfall und der ausbleibenden Reparatur?
Wir halten von der Stellungsnahme wenig. Wir sind nicht vorher informiert worden und Netriplex sollte Problemlos in der Lage sein aushilfsweise einen Backbone Router zu verleihen.
Welchen Nutzen sollte der Anbieter aus dieser Aktion ziehen? Glauben Sie, dass er sich mit den geklauten Webseiten aus dem Staub machen will oder warum stellt Dateiload alle Server ab?
Die Domains sind scheinbar inzwischen transferierbar. Wir haben von einigen Quellen Gerüchte erfahren das Dateiload wohl massive Probleme mit einigen Kunden hatte (Gomopa ist gegangen weil nicht vor DDOS zu schützen war, andere Kundendaten mussten herausgegeben werden) – was an diesen Gerüchten dran ist oder nicht können wir allerdings nicht bestätigen. Wir können nur von uns aus sagen das wir keinerlei Probleme hatten.
Was raten Sie den geschädigten Nutzern von USA-Dateiload und welchen Webhoster würden Sie ihnen nun empfehlen?
Als Domainregistrar empfehlen wir ganz klar einen Anbieter der Webnic Reseller ist. Wir arbeiten eng mit Webnic zusammen und hatten auch in schweren Fällen noch keine Probleme. Registrare wie Namcheap oder Enom geben, wie einige Warezseitenadmins schon bitter erfahren durften, Daten bei Anfragen insbesondere von US Behörden ohne Probleme heraus. Auch schaltet Namecheap bei zu viel Abuse die Domain ab.
Als Webhoster sind wir natürlich vorbelastet bei der Frage
Aber hier mal ein paar allgemeine Tipps:
- – Nur wer sich sicher ist sollte Domain und Webspace beim gleichen Anbieter kaufen
- – Wenn möglich anonyme Zahlmethoden nutzen und Zahlunsgintervalle bei Unsicherheit niedrig ansetzten
Meinungen, “Erfahrungen”, “Tests” usw. die sich in Foren finden lassen sind häufig nur Meinungsmache. Mit ein wenig Wissen lassen sich aber viele Aussagen als falsch herausfiltern. Bei einer Aussage wie “Torrent und TOR liefen …nach einigen Tagen erhielt ich einen Abuseforward” lässt sich mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit als Meinungsmache herausfiltern. Wie viele User nutzen täglich Tauschbörsen und erhalten keine Abmahnung (die bequem erreichbar ist) und “nach einigen Tagen” erhält ein Offshore Hoster eine Abusemail? Welcher Anwalt macht sich bitte diese Mühe?- – Standort überprüfen: steht der Server wirklich da wo er stehen soll?
Ein tracer kann da weiterhelfen: http://www.wipmania.com/en/tools/
Möchten Sie den Lesern noch etwas zu diesem Thema sagen? Warnungen vor dem nächsten Desaster?
Ja – immer ein eigenes aktuelles und lokal abgespeichertes Backup haben – sicher ist besser.
Wie können die Leser mit Ihnen Kontakt aufnehmen um eventuelle Rückfragen zu ihrem Wissen zu klären?
Bei Fragen einfach an hosting@cinipac.com mailen, vielleicht können wir weiterhelfen.
Fotokennzeichnung: Bild Nr. 1 © pixelio.de / Peter Kirchhoff
am 21. Mai 2011 @ 13:06
am 9. Juni 2010 @ 17:34
Also ich persönlich möchte nicht mehr mit solchen kleinen Hosting-Unternehmen zu tun haben.
am 6. September 2010 @ 17:31
Türkei Urlaub dann geh doch zu einem türkischen Hosting Unternehmen wie http://www.mediaon.com wenigstens haben die ein eigenes Rechenzentrum und somit kann vom Rechenzentrum nicht einfach die Server abgeschaltet werden wie hier berichtet http://board.core.am/f16/usa-dateiload-komplett-erlogen-speed-gewinnt-internetkrieg-1142/
am 8. August 2011 @ 20:24
Mediaon wird von einem Türken aus Frankfurt betrieben. Die haben kein eigenes Rechenzentrum sodern haben jahrelang bei Vollmar in Deutschland gehostet und auch jetzt mieten sie nur an.
Zumal in der Türkei massiv zensiert wird.
am 27. August 2011 @ 0:01
Mediaon wird von Juden betrieben, nicht von Türken und schon garnicht aus Deutschland. Informier dich erstmal bevor du sowas schreibst. Was du schreibst ist schon längst veraltet Mediaon wurde falls du es nicht gemerkt hast vor 2 Jahren verkauft.