Wehrdienstverkürzung ist richtiger Blödsinn!

Heute hat der Bundesrat eine Veränderung des Gesetzes zur Wehrpflicht in Deutschland verabschiedet. Von nun an müssen die eingezogenen jungen Männer nur noch 6 Monate lang dem Staat dienen. Zeitgleich wurden heute Stimmen laut, die sogar eine komplette Abschaffung der Wehrpflicht und die Einführung einer Berufsarmee fordern. Doch geht das überhaupt?

Wehrdienst nur noch 6 Monate!

Nachdem im Staat heftig darüber gestritten wurde, ob eine Verkürzung des Wehrdienstes nötig und sinnvoll ist, hat der Bundesrat heute eine positive Entscheidung getroffen. So gelten ab sofort und rückwirkend bis zum 1. Juli 2010 die neuen Regelungen für den Wehr- und Zivildienst. Zivildienstleistenden steht weiterhin eine freiwillige Verlängerung des Dienstes für 3 Monaten zur Option.

Verkürzung? Bitte was?

Was für ein Quatsch, die jungen Wilden überhaupt noch zum Bund zu schicken. Alleine die Grundausbildung dauert 3 Monate. So lohnt sich der Aufenthalt für die Wehrdienstleistenden kaum noch. Zumal diese wohl auch jedes Wochenende nach Hause fahren. Gutenberg hat für mich eine logische Variante zum Ausdruck gebracht, in der er eine Abschaffung der Wehrpflicht erwägt.

Eine weitere Option wäre eine Verlängerung auf 12 Monate. Was für die meisten jetzt erst einmal völlig sinnfrei und übertrieben erscheint, erfreut sich bei näherer Betrachtung durchaus guten Argumenten. Das wohl stärkste dabei wäre der unmittelbare Anschluss an die Berufsausbildung. Was mit 9 Monaten schon nicht geklappt hat, wird durch eine Verkürzung auf 6 Monate keines Wegs besser. Der Durchschnittsbundi geht im Juli, August oder September zur Bundeswehr um dort für 9 Moante (jetzt 6) seinen Dienst zu leisten. Dann kommt er im April, Mai oder Juni (jetzt sogar zum Januar) wieder zurück und steht vor einer langen Überbrückungszeit. Denn Studium und Ausbildung fängt in der Regel erst zum September oder Oktober an. Was macht man also in dieser Zeit? Rumlungern.. richtig… -.-

Warum nicht ganz abschaffen?

Ganz einfach. Wer A sagt, der muss auch B sagen. Wer den Wehrdienst abschafft, muss auch den Zivildienst abschaffen. Und genau hier liegt das Problem. Die Aufgaben des Zivildienstleistenenden sind so in die Gesellschaft integriert, dass eine Abschaffung des Dienstes das komplette System auf den Kopf stellen würde. Angefangen beim DRK und aufgehört beim Naturschutz sind die Zivis überall vertreten und fungieren als billige Arbeitskräfte für die sozialen Unternehmen. Hier tatsächliche Arbeitskräfte einzusetzen, würde das Budget dieser übersteigen und den Staat vor ein großes Problem stellen.

Fakt ist also, dass Wehrdienst nicht abgeschafft werden kann. Die Verkürzung ist sinnlos und nur eine Verlängerung auf 12 Monate würde wirklich einen Sinn ergeben.


Medianachweis:
Foto (1): Recki54 / Pixelio.de

3 Kommentare bisher »

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    am 21. Mai 2011 @ 13:06

  2. Mea Culpa sagt

    am 9. Juli 2010 @ 22:36

    Über das Thema der Wehrpflichtverkürzung habe ich mich schon im letzten Jahr ausgelassen.
    Persönlich bin ich der Meinung, dass die Verkürzung – und hoffentlich auch bald die Abschaffung – eine gute Idee ist. Vor allem berliner Abiturienten werden von der Verkürzung profitieren. Dadurch, dass in Berlin das Abiturzeit derzeit 12,5 Jahre beträgt, können die Berliner nun das nutzlose halbe Jahr mit der Ableistung des Wehrdienstes füllen.
    Auch der Gesundheitssektor wird imho von der Verkürzung profitieren: Je kürzer die Zivis ausgebeutet werden, um so mehr fachkundiges, geschultes Personal muss eingestellt werden, um die Lücke zu füllen. Es kann meiner Meinung nach einfach nicht sein, dass sich medizinische Einrichtungen durch die Wehr-/Zivipflicht bereichern.

  3. Kenny sagt

    am 13. Juli 2010 @ 15:53

    Ich glaube trotzdem, dass auch 6 Monate einen versauten Charakter gerade rücken können. Nicht umsonst lernen die meisten dort das erste mal Disziplin und Respekt zu haben. Eventuell gehen sie dann mit ihrem Ausbilder etc. anders um.

  4. andi sagt

    am 25. August 2010 @ 23:14

    Ich sehe dies in etwa so wie du. Der aktuelle Stand des Wehrdienstes ist so einfach nicht mehr tragbar. Aber laut Herrn Gutenberg wird der bisherige Wehrdienst ja eh bald der Vergangenheit angehören.

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